Lipödem und Lymphödem. Oft unerkannte Leiden.
Wenn Schwellungen zur Belastung werden
Lipödem und Lymphödem sind zwei verschiedene Erkrankungen, die oft verwechselt werden. Beide können schmerzhaft sein, die Beweglichkeit einschränken und das Lebensgefühl stark beeinträchtigen.
Frühe Diagnose, gezielte Behandlung und die richtige Kompressionstherapie helfen, Beschwerden zu lindern und wieder mehr Alltag zurückzugewinnen.
Schon in jungen Jahren betroffen?
Lipödem und Lymphödem betreffen nicht nur ältere Menschen. Auch viele junge Frauen und Männer haben mit Schwellungen, Schmerzen oder Spannungsgefühlen zu tun. Oft vergehen Monate oder Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Wer früh Klarheit hat, kann gezielt behandeln und Folgeschäden vermeiden. Denn je früher die Versorgung beginnt, desto besser sind die Aussichten.
Merkmale von Lipödem und Lymphödem
Versorgung von Lipödem und Lymphödem
Bei einem Lipödem handelt es sich um krankhaft veränderte Fettzellen.
Das Lipödem ist eine jahrtausendealte Krankheit, von der fast ausschließlich Frauen betroffen sind. Trotzdem ist sie nahezu unbekannt. Eine oftmals sehr schmerzhafte Krankheit, die aufgrund der Verformung des Körpers oft zu einer Stigmatisierung führt. Denn die Erkrankung führt dazu, dass das Unterhautgewebe, insbesondere von Oberschenkel, Hüfte und Gesäß immer weiter anwächst. Die Ursache? Unbekannt. Auch wenn vermutet wird, dass hormonelle Faktoren eine Rolle bei der Erkrankung spielen.
Bei Lymphödem handelt es sich um eine Schädigung des Lymphgefäßsystems,
einer Transportstörung, bei der Eiweiße und Gewebsflüssigkeit nicht mehr abtransportiert werden können. Lymphödeme bilden sich immer an dem Körperteil aus, an dem der Lymphabfluss beeinträchtigt ist. Meistens sind auch hier Arme und Beine betroffen, Lymphödeme können sich aber auch an Organen, am Kopf oder an den Geschlechtsteilen manifestieren.
Was bei beiden Krankheitsbildern unerlässlich ist:
die Kompressionstherapie
Die Behandlung des Lymphödems kommt nicht ohne Kompressionstherapie aus. Dabei werden die geschwollenen Arme oder Beine fest mit Kompressionsbandagen umwickelt. Der Druck von außen hilft dabei, die Lymphflüssigkeit abzutransportieren und den Lymphstau abzubauen. Auch Vliespolster oder Schaumstoffplatten kommen zum Einsatz. Sobald die Schwellneigung zurückgeht, können die Bandagen durch Kompressionsärmel oder -strümpfe ersetzt werden.
Wichtig! Das hier verwendete feste Flachstrickmaterial ist ausschließlich für die Behandlung von Lymphödemen geeignet und nicht für die von Venenerkrankungen. Die Bandagen oder Strümpfe müssen so gut wie immer getragen werden, je nach Stärke der Schwellung auch nachts.
Auch bei einem Lipödem sollten als Basistherapie Kompressionsärmel und -strümpfe verwendet werden.
Darüber hinaus sollte bei beiden Krankheitsbildern die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) Bestandteil der Behandlung sein. Eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung beider Krankheitsbilder finden Sie hier.
Merkmale eines Lymphödems
- asymmetrische Schwellung (z. B. nur an einem Bein)
- Schwellung nicht schmerzhaft
- „Stemmersches Zeichen“ (Hautfalte über den Zehen lässt sich gar nicht oder kaum abheben)
Merkmale eines Lipödems
- symmetrische Schwellungen (also z. B. an beiden Armen)
- Schmerzen schon bei Druck und Berührung
- schon bei leichten Stößen entstehen Blutergüsse
- schlanker Oberkörper und kräftiger Unterkörper
Versorgung eines Lymphödems
- Lymphdrainage und Kompressionstherapie müssen zeitgleich und langfristig angewandt werden, da sie sich ergänzen.
Versorgung eines Lipödems
- Die Kombination der Entstauungs- und Kompressionstherapie mit einer Fettabsaugung kann die Beschwerden deutlich verringern. Im Einzelfall wird der Gefäßmediziner entscheiden, ob eine Fettabsaugung sinnvoll ist.
Fazit
Sie leiden unter übermäßig geschwollenen Armen und Beinen? Beides kann ein Zeichen für ein Lipödem oder auch ein Lymphödem sein. Als Ödem bezeichnet der Mediziner eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Allerdings unterscheiden sich die beiden Krankheitsbilder nicht nur in ihren Namen. Sie müssen auch tendenziell unterschiedlich behandelt werden.
Für eine persönliche Beratung nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt mit uns auf. Wir helfen gerne.
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