Lymphödem

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Was ist ein Lymphödem?

Das Lymphsystem ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Es besteht aus Lymphgefäßen und Lymphknoten. Die Lymphflüssigkeit, die in diesen Gefäßen durch den ganzen Körper fließt, enthält Eiweiße, Salze und weiße Blutkörperchen. Über die Lymphgefäße werden überschüssige Flüssigkeiten, Stoffwechselabbauprodukte und Schadstoffe aus dem Körper transportiert. Ist dieser Abfluss gestört, staut sich die Lymphflüssigkeit an einer Stelle im Gewebe und es entsteht eine Schwellung: das Lymphödem. Meist betrifft das Lymphödem Arme oder Beine.

Entstehung und Ursachen

Symptome

Stadien

Diagnose

Versorgung

FAQ
Fachkraft legt Kompressionsbandage am Bein einer Patientin an<br />

Entstehung und Ursachen von Lymphödemen

Man unterscheidet bei einem Lymphödem zwischen einem primären Lymphödem und einem sekundären Lymphödem. Das primäre Lymphödem hat genetische Ursachen und ist somit erblich bedingt. Das sekundäre Lymphödem kann in jedem Lebensalter durch verschiedene Einflüsse wie Erkrankungen oder Verletzungen entstehen. Zu den häufigsten Auslösern zählen Krebserkrankungen und Operationen. Meist schwellen bei einem Lymphödem Beine oder Arme an. Aber auch andere Körperstellen können von einem Lymphödem betroffen sein, z. B. Bauch oder Oberschenkel.

Primäres Lymphödem

Ein primäres Lymphödem entsteht durch angeborene Veränderungen: Meist sind die Lymphbahnen oder Lymphknoten nicht richtig aus- oder auch fehlgebildet. Erste Anzeichen der Krankheit zeigen sich aber nur selten direkt nach der Geburt, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Für neugeborene Babys reicht die Kapazität der Lymphgefäße meist noch aus. Im Frühstadium macht sich das primäre Lymphödem zum Beispiel durch Schwellungen am Fuß bemerkbar, die aber wieder verschwinden, sobald das Bein hochgelagert wird.

Ursachen für ein primäres Lymphödem:

  • vollständiges Fehlen von Lymphgefäßen (Aplasie, betrifft meist nur einzelne Körperteile)
  • erweiterte Gefäßwände (Hyperplasie)
  • fehlende oder zu enge Lymphgefäße (Hypoplasie)
  • fehlende Lymphknoten (Agenesie)
  • Verhärtung der Lymphknoten (Fibrose)

Sekundäres Lymphödem

Die meisten Krankheitsfälle gehen auf ein sekundäres Lymphödem zurück. Diese Form des Lymphödems wird durch äußere Einflüsse erworben und tritt erst im Laufe des Lebens auf. Oft erkranken Menschen nach großen Krebsoperationen, bei denen Lymphknoten oder -gefäße entfernt werden. Auch eine Strahlentherapie zählt zu den Ursachen für ein sekundäres Lymphödem. Bei einem Lymphödem im Rahmen einer Brustkrebserkrankung tritt die Schwellung meist in den Armen der Patienten auf.

Ursachen für das sekundäre Lymphödem:

  • Operationen (Lymphknoten ganz oder teilweise entfernt)
  • Bestrahlungen
  • bösartige Erkrankungen (z. B. Tumore)
  • Verletzungen
  • Hautentzündungen (z. B. Erysipel)

Lipo-Lymphödem

Das Lipo-Lymphödem ist eine Folgeerkrankung der chronischen Fettverteilungsstörung Lipödem. Im Anfangsstadium wird das Lymphsystem durch ein Lipödem noch nicht beeinträchtigt. In späteren Stadien können aber durch die Fetteinlagerungen Lymphbahnen abgedrückt werden. Dann entwickeln Patient:innen neben dem Lipödem ein sekundäres Lymphödem.

Lymphödem: Symptome und Beschwerden

Wie jede Krankheit verursacht auch das Lymphödem Symptome und Beschwerden. So sind dauerhafte, einseitige Schwellungen an Armen oder Beinen oft ein erster Hinweis auf ein Lymphödem und sollten unbedingt ernst genommen werden. Weiterhin zählen Schmerzen, ein Spannungs- oder Schweregefühl sowie Hautveränderungen zu den möglichen Anzeichen. Die Symptome können sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten. Mit dem sogenannten „Stemmer‘schen Zeichen“ kann man einen ersten Test durchführen: Heben Sie dazu eine Hautfalte, z. B. an der Zehe, an. Funktioniert dies nur schwer, kann ein Lymphödem dahinterstecken. Für eine sichere Diagnose suchen Sie aber unbedingt fachärztlichen Rat.

Die Lymphödem Stadien

Ein Lymphödem ist zu Beginn noch nicht sichtbar und entwickelt sich langsam.
Man unterscheidet verschiedene Lymphödem Stadien von 0 (sehr gering) bis hin zu 3 (sehr stark). Die Schwellungen nehmen den Stadien und dem Schweregrad entsprechend zu.
Ohne Behandlung verschlechtert sich das Lymphödem zunehmend und es kommt zur Vermehrung (Fibrose) und Verhärtung (Sklerose) des Bindegewebes.
Auch Hautveränderungen und chronische Hautentzündungen, die wiederum bakterielle Infektionen begünstigen, sind häufig.

Beginnen Sie deshalb bereits in einem frühen Lymphödem Stadium mit der individuellen Therapie!

Lymphödem Stadium 0

Beim latenten Lymphödem Stadium 0 sind noch keine Schwellungen zu sehen und Betroffene sind beschwerdefrei. Das Lymphsystem ist bereits geschädigt, kann den Abtransport der Lymphe aber noch übernehmen.

Lymphödem Stadium 1
Im Lymphödem Stadium 1 – auch spontan reversibles Lymphödem genannt – treten an den betroffenen Körperstellen im Tagesverlauf bereits Schwellungen auf. Das Gewebe ist weich, so dass Betroffene eine Delle eindrücken können. Die Schwellung bzw. das Ödem reduziert sich nach Hochlagerung jedoch wieder.
Lymphödem Stadium 2
Das Lymphödem Stadium 2 ist in der Fachsprache als nicht spontan reversibles Lymphödem bekannt. Die Schwellungen bleiben hier auch nach Ruhepausen oder Hochlagerung der Gliedmaßen bestehen. Die Haut ist verhärtet und das Eindrücken von Dellen kaum möglich.
Lymphödem Stadium 3
Extreme Schwellungen und Hautveränderungen treten im Lymphödem Stadium 3 (Elephantiasis) auf. Die Haut ist in diesem Stadium verdickt, verhärtet und sehr empfindlich: Wunden heilen nur schwer, weshalb vermehrt bakterielle Infektionen wie zum Beispiel Wundrosen auftreten können.

Die Lymphödem Diagnose
durch eine ärztliche Fachperson

Die Behandlung eines Lymphödems sollte so früh wie möglich beginnen. Wenn Sie bei sich Symptome bemerken, die auf ein Lymphödem hindeuten, suchen Sie unbedingt ärztlichen Rat. Viele Betroffene fragen sich, an wen sie sich wenden können. Hausärzte, Onkologen und spezialisierte Lymphologen sind hier die richtigen Ansprechpartner.
Die Diagnose wird anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung gestellt. Diese besteht in der Regel aus dem Abtasten der betroffenen Körperregionen und gegebenenfalls einem Ultraschall.
Ist die Diagnose unklar, kann zusätzlich eine sogenannte Lymphszintigrafie durchgeführt werden. Dabei wird ein schwach radioaktiver Wirkstoff gespritzt, der ausschließlich über das Lymphsystem abtransportiert wird und so Rückschlüsse auf dessen Funktion zulässt.

Lymphödem Versorgung

Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung und deshalb nicht heilbar. Mit den richtigen Maßnahmen und einer konsequenten Lymphödem Therapie können Symptome und Beschwerden reduziert werden. Ziel bei der Lymphödem Behandlung ist es, die angestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe zu transportieren. Grundlage dabei ist die KPE (komplexe physikalische Entstauungstherapie), die sich aus den unten aufgeführten Bausteinen zusammensetzt.

Kompressionstherapie und Kompressionsstrümpfe

Die Kompressionstherapie ist ein zentraler Bestandteil der Lymphödem-Behandlung. Dabei wird das betroffene Gewebe durch speziellen Druck von außen unterstützt, sodass weniger Flüssigkeit nachströmt und das bereits angestaute Lymphvolumen reduziert werden kann.
In der Entstauungsphase kommen mehrlagige Kompressionsbandagen zum Einsatz, die individuell angepasst werden. Sobald sich das Gewebe stabilisiert hat, erfolgt die Versorgung mit flachgestrickten, medizinischen Kompressionsstrümpfen. Diese werden maßgefertigt, sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung und helfen, das Therapieergebnis langfristig zu erhalten.

Manuelle Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist eine medizinische Massagetechnik, die speziell ausgebildete Physiotherapeut:innen und Masseur:innen durchführen. Durch gezielte Bewegungen und Handgriffe entstaut die Lymphdrainage das Gewebe, regt die Arbeit der Lymphgefäße an und kann somit den Abtransport der Lymphflüssigkeit beschleunigen. Das anschließende Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen hilft dabei, die erreichte Entstauung zu erhalten.
Spezielle Hautpflege
Eine sorgfältige Hautpflege ist bei Patient:innen mit Lymphödem von besonderer Bedeutung: Die Haut ist trocken und gereizt, neigt oft zu Juckreiz, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Schon kleinste Irritationen sollten deshalb ernst genommen und bei Bedarf von Fachärzt:innen überprüft werden. In den Sanitätshäusern von AGM erhalten Patient:innen feuchtigkeitsspendende Produkte für die tägliche Pflege der beanspruchten Haut.
Sport und Bewegungstraining
Regelmäßige Bewegung und leichter Sport sind für Erkrankte sehr wichtig – besonders nach der manuellen Lymphdrainage und während der Kompressionstherapie. Schließlich entfalten medizinische Kompressionsstrümpfe nur in Kombination mit Bewegung ihre optimale Wirkung! Physiotherapeut:innen helfen jederzeit, die passenden Übungen für jedes Lymphödem Stadium zu finden.
Gesund und ausgewogen: Lymphödem und Ernährung
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung verhilft Patient:innen mit Lymphödem zu mehr Wohlbefinden. Außerdem ist starkes Übergewicht ein Risikofaktor für ein Lymphödem. Reichlich frisches Obst und Gemüse, wenig Fleisch, gesunde Fette sowie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme bilden die Basis. Bei Getränken sind Wasser und ungesüßter Tee die beste Wahl. Ebenso erlaubt ist bei einem Lymphödem Kaffee ohne Zucker.
Operativer Eingriff bei einem Lymphödem
Wenn konservative Maßnahmen bei der Behandlung keinen Erfolg zeigen oder sich das Lymphödem sogar verschlechtert, besteht die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Ärzt:innen empfehlen solch eine Operation nur, wenn das Lymphödem nicht als Folge einer Krebserkrankung aufgetreten ist. Für den operativen Eingriff stehen verschiedene Arten und Methoden zur Auswahl, die sich immer nach Verlauf, Stadium und Körperregion richten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem entsteht, wenn sich Lymphflüssigkeit an einer Stelle im Gewebe staut. Es kommt dadurch zu einer Schwellung in diesem Bereich.

Durch was wird ein Lymphödem verursacht?
Man unterscheidet zwischen einem primären Lymphödem und einem sekundären Lymphödem. Das primäre Lymphödem ist angeboren, das sekundäre erwirbt man im Laufe des Lebens. Risikofaktoren sind zum Beispiel Krebserkrankungen.
Was kann man gegen ein Lymphödem tun?
Mit konservativen Therapiemaßnahmen, wie zum Beispiel dem Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen, manueller Lymphdrainage und Selbstmanagement, können die Beschwerden des Lymphödems gelindert werden.
Was sind die typischen Symptome eines Lymphödems?
Zu den Anzeichen zählen einseitige oder auch beidseitige Schwellungen, Schmerzen, Spannungs- und Schweregefühl. Auch Hautveränderungen können auf ein Lymphödem hinweisen.
Kann ein Lymphödem verschwinden?
Nein. Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar.
Was ist der Unterschied zwischen einem Lipödem und einem Lymphödem?
Das Lipödem und das Lymphödem sind zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Das Lipödem bezeichnet eine chronische Fettverteilungsstörung, während bei einem Lymphödem der Abfluss der Lymphe beeinträchtigt ist.
Welcher Arzt kann ein Lymphödem diagnostizieren?
Bei Symptomen ist zunächst der Besuch beim Hausarzt ratsam. Diese verweisen Patient:innen weiter an spezialisierte Lympholog:innen oder
auch an die Onkologie.

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