Kompressionstherapien bei Lipödem und Lymphödem

Lipödem und Lymphödem sind zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Was beide gemeinsam haben: Sie sind nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig die Symptome zu behandeln und zu mildern. Und fast noch wichtiger: Beide Krankheiten haben nichts mit Übergewicht zu tun!

Sie leiden unter übermäßig geschwollenen Armen und Beinen? Beides kann ein Zeichen für ein Lipödem oder auch ein Lymphödem sein. Als Ödem bezeichnet der Mediziner eine Flüssigkeits-ansammlung im Gewebe. Allerdings unterscheiden sich die beiden Krankheitsbilder nicht nur in ihren Namen. Sie müssen auch tendenziell unterschiedlich behandelt werden.

Bei einem Lipödem handelt es sich um krankhaft veränderte Fettzellen.
Das Lipödem ist eine jahrtausendealte Krankheit, von der fast ausschließlich Frauen betroffen sind. Trotzdem ist sie nahezu unbekannt. Eine oftmals sehr schmerzhafte Krankheit, die aufgrund der Verformung des Körpers oft zu einer Stigmatisierung führt. Denn die Erkrankung führt dazu, dass das Unterhautgewebe, insbesondere von Oberschenkel, Hüfte und Gesäß immer weiter anwächst. Die Ursache? Unbekannt. Auch wenn vermutet wird, dass hormonelle Faktoren eine Rolle bei der Erkrankung spielen.

Bei Lymphödem handelt es sich um eine Schädigung des Lymphgefäßsystems, einer Transportstörung, bei der Eiweiße und Gewebsflüssigkeit nicht mehr abtransportiert werden können. Lymphödeme bilden sich immer an dem Körperteil aus, an dem der Lymphabfluss beeinträchtigt ist. Meistens sind auch hier Arme und Beine betroffen, Lymphödeme können sich aber auch an Organen, am Kopf oder an den Geschlechtsteilen manifestieren.

Was bei beiden Krankheitsbildern unerlässlich ist: die Kompressionstherapie
Die Behandlung des Lymphödems kommt nicht ohne Kompressionstherapie aus. Dabei werden die geschwollenen Arme oder Beine fest mit Kompressionsbandagen umwickelt. Der Druck von außen hilft dabei, die Lymphflüssigkeit abzutransportieren und den Lymphstau abzubauen. Auch Vliespolster oder Schaumstoffplatten kommen zum Einsatz. Sobald die Schwellneigung zurückgeht, können die Bandagen durch Kompressionsärmel oder -strümpfe ersetzt werden.
Wichtig! Das hier verwendete feste Flachstrickmaterial ist ausschließlich für die Behandlung von Lymphödemen geeignet und nicht für die von Venenerkrankungen. Die Bandagen oder Strümpfe müssen so gut wie immer getragen werden, je nach Stärke der Schwellung auch nachts.
Auch bei einem Lipödem sollten als Basistherapie Kompressionsärmel und -strümpfe verwendet werden.

Darüber hinaus sollte bei beiden Krankheitsbildern die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) Bestandteil der Behandlung sein. Eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung beider Krankheitsbilder finden Sie hier.

Für eine persönliche Beratung nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt mit uns auf.
Wir helfen gerne.

  • asymmetrische Schwellung (z. B. nur an einem Bein)
  • Schwellung nicht schmerzhaft
  • „Stemmersches Zeichen“ (Hautfalte über den Zehen lässt sich gar nicht oder kaum abheben)

Lymphdrainage und Kompressionstherapie müssen zeitgleich und langfristig angewandt werden, da sie sich ergänzen.

  • symmetrische Schwellungen (also z. B. an beiden Armen)
  • Schmerzen schon bei Druck und Berührung
  • schon bei leichten Stößen entstehen Blutergüsse
  • schlanker Oberkörper und kräftiger Unterkörper

Die Kombination der Entstauungs- und Kompressionstherapie mit einer Fettabsaugung kann die Beschwerden deutlich verringern. Im Einzelfall wird der Gefäßmediziner entscheiden, ob eine Fettabsaugung sinnvoll ist.

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